Herbert Frasch – Blick auf ein bewegtes Leben

8. September 2020

Aus dem Marktblatt vom 09.09.2020

Lehrbeginn am 14. August 1950 – lang ist’s her

Seit weit über 100 Jahren steht der Name Frasch in Holzgerlingen für meisterliche Glaserei und perfekten Fensterbau. Gegründet wurde das Unternehmen im Jahr 1905 von Gotthilf Frasch, übernommen von Karl (1946 – 1962), später dann von Herbert Frasch ( 1960 in der Lilienstraße ) und wird heute geleitet von Thomas Frasch im Gewerbegebiet Buch. Und der nächste Meister, Tim Frasch, arbeitet auch bereits im elterlichen Betrieb.

Herbert Frasch, Jahrgang 1936, hatte von 70 Jahren, am 14. August 1950, mit der Lehre begonnen. Kaum zurück von einer Freizeit am Bodensee – dorthin und zurück war er mit dem Rad gefahren – ging es los im Betrieb des Vaters. Eigentlich sollte erst der 15. August der erste Tag sein, aber sein Vater Karl fand, dass es gleich loszugehen habe. Gefaulenzt sei jetzt genug…., so war das damals. Viel diskutiert wurde nicht, ob der junge Mann Glaser werden wollte oder nicht. Das Wort des Vaters galt. Egal ob in der Familie mit sieben Kindern oder im Betrieb. „Mit drei Mark in der Woche hab ich angefangen, im zweiten Lehrjahr gab‘s 5 DM und im 3. Jahr dann 7 DM. Und ich hab immer gespart. So hab ich manchem Kumpel mal was leihen können – aber die Woche drauf wollte ich es zurück…“, erinnert sich Herbert Frasch. Zielstrebigkeit und Sparsamkeit, das sei ihm immer wichtig gewesen, sagt er. Berufsschule war einmal die Woche in Böblingen und im Oktober 1953 wurde die Gesellenprüfung zum Glaser erfolgreich abgeschlossen – das Gesellenstück natürlich komplett von Hand gefertigt. Nach der Heirat mit Ilse geb. Schiffert und der Geburt der Tochter Petra fand Herbert Frasch, nun sei eine gute Gelegenheit, den Meister zu machen – so geschah es auch, und im Juni 1963 wurde die Meisterprüfung abgelegt. Im Jahr 2013 wurde ihm daher der „Goldene Meisterbrief” der Handwerkskammer überreicht.

Glaserei und Fensterbau, das war schwere Arbeit, besonders in den Anfangsjahren. Alles wurde aus Holz gefertigt, Die Werkstatt war mit einfachen Maschinen ausgestattet, keine Absauganlagen, kein Lärmschutz, keine Heizung – ein Knochenjob, erinnert sich Herbert Frasch. 1975 übernahm er den elterlichen Betrieb zunächst in Pacht, 1986 dann komplett. Nachdem Sohn Thomas sich entschieden hatte, in die Fußstapfen des Vaters zu treten, entschloss sich Herbert Frasch im Jahr 1991, im Gewerbegebiet einen großzügigen und gut ausgestatteten Neubau zu errichten, von wo aus die Firma noch heute tätig ist. „Das war eine sehr gute Entscheidung”, erinnert er sich. Im Jahr 2000 übergab er seinen Betrieb an Sohn Thomas – und der nächste Glasermeister steht bereit: Tim Frasch hat im Jahr 2019 seinen Meister gemacht und arbeitet ebenfalls im elterlichen Betrieb.

Bis 2011 hat Herbert Frasch noch täglich 8 Stunden mitgearbeitet, danach nur noch wann und so lange er wollte. Neben Familie und Firma gab es auch noch den Gesangverein Frohsinn, dort war er 62 Jahre lang aktiver Sänger und die Freiwillige Feuerwehr, wo sich Herbert Frasch 32 Jahre engagiert hat.

Ja, er sei immer gerne Glaser bzw. Handwerker gewesen, meint Herbert Frasch, obwohl er diesen Beruf nicht unbedingt hatte ergreifen wollen. Auch seinen Sohn Thomas habe er nicht zu dem Beruf „gezwungen“, wie das früher oft gewesen sei, aber sich sehr gefreut, dass er ihn ergriffen habe und die Firma weitergeführt wurde. Und noch heute ist er gerne im Buch in der Werkstatt und legt mit seinen 83 Jahren hier und da mal Hand an, wo sie gerade gebraucht wird.

Das Bild zeigt drei Generationen Glasermeister: Tim Frasch, Herbert und Thomas Frasch.

Kontakt

Frasch Fenster

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