Marktentwicklungen auf dem deutschen Fenstermarkt – Holz auf dem Vormarsch

Der deutsche Fenstermarkt befindet sich seit einigen Jahren in einer moderaten Aufschwungphase. Für 2016 wurde zuletzt ein Absatz von 14 Millionen Fenstereinheiten prognostiziert; 2013 betrug der Absatz noch 13,1 Millionen Fenstereinheiten.

Gründe für diesen Anstieg sind die gewachsene Neubautätigkeit und die öffentliche Förderung der energieeffizienten Gebäudesanierung im Interesse der Klimaziele der Politik. Denn eine verbesserte Energieeffizienz zählt neben der Förderung erneuerbarer Energien zu den wirkungsvollsten Maßnahmen der notwendigen CO2-Reduzierung. Betrachtet man den Anteil der Holzfenster an dieser Entwicklung, fällt auf, dass der reine Holzfensteranteil nach Jahrzehnten des Rückgangs erstmals in den letzten zwei Jahren nicht mehr zurückgeht. Er liegt jetzt bei 15,3 Prozent.

Zieht man die Holz-Metall-Fenster mit in Betracht, wird diese Trendwende noch deutlicher. Denn dieses Segment besonders hochwertiger Fenster nimmt seit Jahren überdurchschnittlich zu und liegt 2016 bei einem prognostizierten Anteil von 8,3 Prozent.

Aus der Marktentwicklung lässt sich zweierlei ablesen: Erstens ist die Marktkonsolidierung für Holz- und Holz-Metall-Fenster seit zehn Jahren weitgehend abgeschlossen. Zweitens werden Holz- und Holz-Metall-Fenster aufgrund ihres höheren Preises mittlerweile fast ausschließlich im Segment hochwertigen Bauens eingesetzt. Was bedeutet diese Entwicklung für Holzfenster? Da ist zunächst einmal der konkurrenzlose Einsatz von Holzfenstern im Denkmalschutz oder bei der Runderneuerung von Kastenfenstern. Darüber hinaus haben Holz- und Holz-Metall-Fenster im Premiumfenster-Segment ihre größten Chancen und das nicht nur im Wohnbau. In diesem Segment werden allerdings auch die besonderen (Zusatz-) Qualitäten moderner Fenster am stärksten nachgefragt. Dazu zählen neben der Optik und dem Wohlgefühl die Wärmedämmung, die Einbruchhemmung, die Schalldämmung, die individuelle Lüftung sowie zusätzliche Automationsmerkmale.

Bei dem Text handelt es sich um eine gekürzte Fassung eines Beitrags von Ulrich Tschorn (Geschäftsführer Verband Fenster + Fassaden e.v.) in der Merati-Broschüre des MTC.