So bleiben Einbrecher draußen

Moderne Sicherheitsmechanismen lassen sich nicht einfach aushebeln

Die Zahl der Wohnungseinbrüche steigt seit Jahren. Mittlerweile wird alle vier Minuten in Deutschland in ein Haus oder eine Wohnung eingebrochen. Oft haben die Diebe leichtes Spiel, denn viele Türen und Fenster sind nicht ausreichend gesichert. Dabei gibt es eine breite Palette an Sicherungstechniken, die Langfingern das Leben äußerst schwer machen.

Wie wirksam man sein Eigentum schützen kann, weiß der Holzgerlinger Glasermeister Thomas Frasch: „Eigentlich wäre die Zahl der Einbrüche noch höher. Aber bei mehr als einem Drittel bleibt es beim Versuch, weil die Verbrecher an den Sicherungsmechanismen scheitern.“

Bei Einfamilienhäusern versuchen die Täter in den meisten Fällen über ebenerdige Fenster oder Terrassentüren einzusteigen, bei Mehrfamilienhäusern erfolgt die Hälfte der Einbrüche über die Wohnungstür. Dagegen kann man sich nicht nur im Neubau mit moderner Technik wappnen, sondern ebenso gut in älteren Häusern. Idealerweise nutzt man dafür eine anstehende Renovierung oder tauscht beispielsweise bei einer notwendigen Reparatur an der Oäffnungsmechanik gleich den kompletten Beschlag in eine sichere Variante um.

Worauf es beim Thema Sicherheit ankommt, weiß Thomas Frasch genau. Der Chef eines Holzgerlinger Meisterbetriebs rund um Fenster und Türen, der als einer der wenigen in der Branche noch hochwertige Holz- und Holz-Aluminium-Fenster handwerklich in eigener Werkstatt fertigt, kennt die Kriterien sehr genau. „Es müssen immer alle Konstruktionsmerkmale gleichermaßen berücksichtigt werden. Beispielsweise nützt ein abschließbarer Griff überhaupt nichts, wenn sich das Fenster einfach mit Stemmeisen oder Schraubenzieher aushebeln lässt“, erklärt er.

Grundsätzlich geht es beim Einbruchsschutz darum, die Aufbruchszeit zu verlängern. Einbrecher haben Angst, entdeckt zu werden. Gelingt es ihnen nicht, innerhalb weniger Minuten einzudringen, ziehen sie lieber weiter. Eine wichtige Sicherheitskomponente von Fenstern sind Pilzkopfverriegelungen. Sie haben den Vorteil, dass sich die Zapfen durch ihre pilzähnliche Form beim Schließen des Fensters in die am Rahmen montierten Schließplatten einhaken. Dadurch sind diese Verriegelungen wesentlich schwieriger aufzuhebeln als die herkömmlichen runden. Ein Plus an Sicherheit bieten viele weitere Details: Schließmaterial aus umgeformtem Stahl statt aus Guss, eine höhere Anzahl an Schließplatten, ein außenseitiger Aufbohrschutz aus gehärtetem Stahl im Bereich des Fenstergriffs oder eine einbruchhemmende Verglasung. Wer nicht gleich das ganze Fenster austauschen, sondern nur einbruchfester machen möchte, hat dafür einen überschaubaren finanziellen Aufwand. Je nach gewünschtem Standard müssen 200 bis 450 Euro einkalkuliert werden.

Einbruchsschutz ist auch eine Frage des Know-how. „Die Montage muss fachgerecht erfolgen. Das ist für den Laien auf den ersten Blick nur schwer erkennbar. Aber werden bei Sicherheitsbeschlägen in den Türrahmen zu kurze Dübel verwendet oder das Material der Hauswand nicht richtig eingeschätzt, ist die Sicherheit nur vorgetäuscht“, erläutert Thomas Frasch, der speziell auf den Einbau besonders widerstandsfester Fenster und Türen zertifiziert ist. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, holt sich einen Fachmann zur Beratung ins eigene Zuhause. Vor Ort kann am besten beurteilt werden, wo Sicherheitslücken Einbrechern einen schnellen Zutritt ermöglichen.

Den ganzen Artikel als PDF? Hier klicken!

Aus dem Pluspunkte-Magazin 2-2013