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Energieffizient sanieren mit Zuschüssen vom Staat

Heutzutage erreichen die Nebenkosten einer Altbauwohnung oder eines nicht modernisierten Hauses annähernd das Niveau einer zweiten Miete. Jährlich wiederkehrende Nachzahlungen und hohe Abschlagsraten summieren sich über das Jahr schnell auf mehrere hundert oder sogar tausend Euro. Das hat einen einfachen Grund: Drei Viertel aller Wohngebäude sind älter als 30 Jahre und rund 340 Millionen Fenster müssten saniert oder ausgetauscht werden, um den gesamten Gebäudebestand in Deutschland auf den heutigen Energiespar-Standard zu bringen. Alte Fenster von vor 1995 sind dabei die energetische Schwachstelle der Häuser. "Dagegen kann man mit neuen Fenstern leicht etwas tun. Sie kosten nicht die Welt und sparen für viele Jahre unnütige Heizkosten ein", bekräftigt Thomas Frasch von Frasch Fenster in Holzgerlingen.

Normalerweise beginnt die Heizperiode bereits Anfang Oktober und endet je nach Wetterlage gegen Ende April. Ganze acht Wochen lassen sich davon mit neuen Wärmedämmfenstern in Kombination mit der passenden Fassadendämmung einsparen - vier Wochen im Herbst und vier Wochen im Frühjahr. Das liegt an der intensiven Weiterentwicklung der "Häuseraugen": Der Uw-Wert - die technische Kennzahl für den Wärmeverlust der Fenster gemessen in Watt pro Quadratmeter Kelvin (W/m2K) - lag bei den bis in die 1970er Jahre üblichen Einfachverglasungen noch bei rund 4,7 bis 6,2 und bei vor 1995 verwendeten Verbund- oder Kastenfenstern sowie bei Fenstern mit unbeschichteten Isoliergläsern bei rund 3,0. Heute hat sich dieser Wert bei modernen Wärmedämmfenstern auf 1,1 und bei hoch dämmenden Fenstern sogar auf rund 0,8 W/m2K verbessert. Je geringer dieser Wert, desto besser ist die Dämmeigenschaft und umso mehr Energie spart ein Fenster. Mit der Senkung des U-Wertes um 0,1 W/m2K reduziert sich der Heizölverbrauch pro Quadratmeter Fensterfläche und Jahr um rund 1,2 Liter. "Durch die bessere Dämmeigenschaft und vor allem auch durch weniger unkontrollierte Zugluft bleibt die Wohnung wärmer und die Heizung kann später ein und früher wieder ausgeschaltetwerden - denn die Kälte bleibt vor der Tür", so Thomas Frasch.

Weniger Heizung und weniger Strom

Pro Heizperiode können moderne Wärmedämmfenster die Heizenergie von bis zu 500 Litern Öl oder von bis zu 500 Kubikmetern Erdgas einsparen. Das bedeutet eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes von rund 1,3 Tonnen bei Öl bzw. von rund einer Tonne bei Erdgas. In einem Einfamilienhaus mit durchschnittlich 25 Quadratmetern Fensterfläche kommen so schnell 350 Euro und mehr an Heizkostenersparnis zusammen. "Werden bei der Modernisierung dann noch zusätzliche Fensterflächen geschaffen, beispielsweise durch bodentiefe Fenster oder zusätzliche Lichtspender in der Dachfläche, kann sich die Einschaltzeit künstlicher Lichtquellen um mehrere Tage pro Jahr verkürzen. Das macht sich positiv auf der nächsten Stromrechnung bemerkbar - auch hier lassen sich also Nebenkosten einsparen", erklärt Thomas Frasch.

Große Fenster für zusätzliche Wärme

Dazu kommt der kostenlose, solare Energieeintrag durch das Sonnenlicht: Wie stark dieser ausfällt, hängt von Anzahl, Lage und Größe der Fensterflächen ab. Große, nach Süden gerichtete Fenster bekommen das gesamte Jahr hindurch die meisten direkten Sonnenstrahlen ab. Die Ost- und Westfassade tragen ebenfalls zur optimalen Ausnutzung von Licht und Wärme bei. Die Nordseite ist die "kalte" Seite eines Gebäudes und die direkte Sonneneinstrahlung fehlt hier. Deshalb können die Fenster an dieser Stelle häufig kleiner ausfallen - außer, es wird in den Nordräumen viel Tageslicht benötigt: Dann gilt es, eine besonders gute Wärmedämmung zu haben. "Das Beste ist gerade gut genug - denn Fenster, Haustüren und transparente Fassaden haben eine Nutzungszeit von rund 35 Jahren, häufig sogar mehr", so der Fenster-Experte.

Der Expertentipp: Fördergelder und Steuerbonus helfen

Wer mit Hilfe des Programms "Energieeffizient Sanieren" der KfW-Förderbank sein Haus modernisiert, erhält zinsverbilligte Kredite und Tilgungszuschüsse oder sogar direkte Barzuschüsse, wenn das Haus auf den neuesten energetischen Standard gebracht wird. Fast eine Milliarde Euro sollen 2011 dafür bereitstehen. Es lohnt sich außerdem, auch bei der Kommune nach Fördermitteln zu fragen. Oft legen nämlich Städte, Gemeinden und Landkreise eigene, regionale Programme auf. Außerdem können Arbeitskosten von Handwerkerrechnungen in privaten Haushalten bis maximal 6.000 Euro zu 20 Prozent (1.200 Euro) direkt von der Steuerschuld abgezogen werden.

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